Samstag, 20. April 2013

Pritscheln für Erwachsene

Bei der entspannten Anreise per ICE gab's für Neuling Tom eine kurze Vorbereitung auf den Ablauf und die notwendigen Tätigkeiten. Pils brauen war angesagt.


Nach der Ankunft in den heiligen Hallen fand eine kurze Führung samt, für einen Techniker besonders interessanter, detailierter Darstellung und Erklärung der eindrucksvollen technischen Gerätschaften statt.

Braumeister Jörg persönlich  nahm den neuen Gehilfen dann zur Abwaage und Schrotung der Malzmischung unter seine Fittiche. Der Rest der anwesenden Brauexperten kümmerte sich inzwischen um die Reinigung von Bottich und Kessel und die Vorbereitung des Wassers. Zur Stärkung wurden drei Eigenkreationen verkostet, so dass auch die Stimmung immer besser wurde.

Nach Abschluss der Vorbereitungen einigte man sich für den Start am nächsten Tag auf 8 Uhr und die Anlage wurde so programmiert, dass um diese Zeit mit der Einmaischung begonnen werden konnte.

Für den restlichen Abend stand dann Bierverkostung mit einer kulinarischen Reise quer durch Europa, begleitet von einer üppigen Käseplatte, auf dem Programm. Für den Neueinsteiger gab es viel Interessantes rund um Bier und seine unterschiedlichen Spielarten zu hören und zu erschmecken, was angesichts der durchaus beachtlichen Stärke der verkosteten Biere allerdings mit fortschreitender Zeit immer schwerer fiel ;-)


Anschließend an eine seelige Nachtruhe ging's wie geplant um 8:00 Uhr mit der Einmaischung los, mit dem Braupaddel (= XXL Kochlöffel) wurde das vorbereitete Malz in knapp 85 l Heißwasser eingerührt und dann nach dem speziellen Rezept für Jörg's PE (Pils Edition) teilweise aufgekocht, gestreckt, von den Fest- und Schwebstoffen befreit und eineinhalb Stunden mit Hopfen gekocht, um letztendlich per Windelfilter (!) geklärt und im Gärbottich auf 20 Grad Celsisus gekühlt zu werden. Dort durfte Tom dann sogar die Hefe zusetzen, um die Gährung zu starten. Diese wird ab nun per Webcam überwacht, wir hoffen das Beste.


Die Kochzeit konnte auch dafür genutzt werden, das beim letzten Mal gebraute Weihnachtsbier in insgesamt 169 Flaschen abzufüllen. Eine Verkostung ergab schon jetzt beste Geschmacksnoten und schraubte die Erwartung an das bald zu erwartende Endergbnis entsprechend nach oben.
 
Der äußerst intensive Tag ging ab 15 Uhr mit  der Reinigung des restlichen Equipments und einem gemeinsamen Essen samt Weißbierverkostung zu Ende.

Für Tom war es ein tolles Erlebnis mit vielen neuen Erkenntnissen in einer äußerst netten Runde. Danke!






 


Samstag, 24. November 2012

Opus Joergis - Brausession zur Volljährigkeit


Was lange währt wird immer gut - zumindest ist das der Plan,
Dieses Brauwochenende war zumindest für den Neueinsteiger Günther von langer Hand geplant. Nach einem guten Jahr wurde die Volljährigkeit endgültig besiegelt - und zwar im Braukeller.

... und die Planung der konkreten Brausession wurde am Vorabend des großen Tages wirklich gründlich geplant - bei interessanten und lustigen Plaudereien, bei viiiielen Käsesorten und bei noch viel mehr Biersorten. Natürlich wurde im Rahmen der Brauplanung durch Verkostung einiger großer Biere so richtig Lust auf Opus Joergis geschürt. Den wirklich krönenden Abschluß der Planung bildeten dann 2 Jörg´s Biere - "Jörg´s Imperial Stout" (- das Staatsmeisterbier) und "Jörg´s HoneyMoon".

Der Brautag startete mit a bissl Kopfweh - ´s woa da Kaas - und heftigem einmaischen. Geschrotet und gereinigt wurde ja bereits am Vortag (- sonst hätt´ ma uns die Jaus´n jo net verdient).
Und dann eben warten - Wasser dazu - erhitzen - kochen - filtern - kochen - hopfen - weiterkochen - und, und, und.


Parallel zum Brauen des neuen Opus Joergis wurde auch der im Gärbottich auf seine große Stunde wartende Sud der letzen Brauung endlich abgefüllt - "Jörg´s We can" - hat den Weg in 5 Großgebinde und 4 Bügelflaschen gefunden - hübsch verpackt für den nun bevorstehenden weiten Transportweg. Die Empfänger der Gebinde können sich schon drauf freuen, "Jörg´s We Can" verspricht ein hervorragender Schluck zu werden - vollendet eben nach der nun noch ausstehenden Warm- und Kaltlagerung.

... und in rund 3 Wochen ist "Jörg´s We Can" dann zapfbereit.

Und kurz vor Weihnachten 2012 wird dann unser heutiger Sud abgefüllt werden, um dann mit viel Geschmack und Stil unserer Kehlen Durst zu stillen.



Bleibt nur (noch einmal) zu sagen - was lange währt wird immer gut - PROST!

Samstag, 20. März 2010

Brautag: Jörg's Relax


Wir, Martin und Thomas, sind heute zu Gast in Jörg's Brauerei um bei der Entstehung von Jörg's Relax mitzuwirken, nach dem Vorbild eines belgischen Witbieres. Angetrieben von dem Wunsch, sich eines Tages zusammenzusetzen und mal das Bier atmen zu lassen, das wir selbst gebraut haben, traten wir am Freitag Nachmittag die Fahrt von Bad Vöslau nach Wels an. Nachdem wir am Abend das Malz geschrotet und die Kessel gereinigt hatten, durften wir uns unter fachmännischer Leitung biertechnisch durch die ganze Welt kosten - begleitet von der traditionellen "kleinen" Käseplatte.



Heute, Samstag, steht der praktische Teil auf dem Programm. Nachdem wir das Einmaischen abgeschlossen haben, warten wir darauf, dass das Abläutern der Würze in den Kessel beendet wird, um dann mit dem Kochen zu beginnen. Teefreunden würde das Verkosten der Würze große Freude bereiten, wobei trinkbares Brot als Beschreibung auch sehr gut zutrifft.



Hopfen zugegeben, Kochen erledigt und gegessen haben wir auch... lecker! Es wird wieder mal geputzt und die Desinfektion des Gärbottichs begonnen. Nach ein bisschen Putzerei, Spielerei mit Natronlauge und einer kleinen Überschwemmung ist der Gärbottich einsatzbereit.


Die ganze Suppe in den Gärbottich übergeführt, kommt nun der große Augenblick: die Hefe wird zugegeben!!!! Wie zu erwarten kommt anschließend wieder das Putzen....


Nun gilt es noch einige Tage abzuwarten, bis der Gärvorgang abgeschlossen ist. Wir freuen uns schon sehr das fertige Produkt probieren zu dürfen. Es war auf jeden Fall eine sehr lustige und auch lehrreiche Zeit.... trotz einiger Nächte, die wir gemeinsam schon mit Bier verbracht haben, waren wir wohl noch nie so sehr damit konfrontiert wie in den letzten Tagen.... theoretisch und praktisch.


Wir bedanken uns sehr herzlich bei unserem Gastgeber Jörg, dem Quentin Tarantino unter den Brauern. Die Bierkultur ist ja hier wahrlich zuhause. Danke für diese zahlreichen neuen Erfahrungen!


Sämtliche Fotos dieses Brautages kann man natürlich wieder im Webalbum betrachten.

Montag, 11. Januar 2010

1. Jahreshauptversammlung 2010 und Brautag Imperial Stout

Das Jahr 2010 steht gleich unter einem guten Stern für Jörg's Brauerei, beginnt es doch mit einer vollzähligen Versammlung des Brauteams.

Ein Russian Imperial Stout soll es werden - ein abartig starkes, sehr vollmundiges Bier. Nie zuvor in der bewegten Geschichte von Jörg's Brauerei haben derartiges gewagt. Daher muss auch das Rezept unter Zuhilfenahme alter Schriften, Excel und kreativer Teamdiskussion neu erstellt werden.



















Ungläubig bestaunt der Sudhausmeister (Christian), welcher aufgrund eines privaten Projektes einige Brautermine gefehlt hat die neusten technischen Erungenschaften der Brauanlage, wie etwa die computergesteuerte Regelung der Kesselbeheizungen.



Einige Szenen des Filmes "Der Bierministrant auf Reisen" sind noch zu drehen, und so muss Christian, gleich nach dem Staunen wieder in seine Lederhose schlüpfen um salbungsvolle Worte in die Kamera zu sprechen.


Nach einer köstlichen Käseplatte (ein siebenfaches Hoch auf die Werksküche) und der Vorkostung köstlicher Biere wenden wir uns diese Nacht noch den Bierfehlgeschmäkern zu und verkosten diese ebenfalls. Manche mögen uns darob für verrückt halten - und haben möglicherweise auch recht...





Der Brautag verläuft plangemäß (was bei uns ja eher nicht die Regel ist), ein wunderbares Imperial Stout wird aus der Braupfanne gehoben.

So nebenbei erstellen wir die Planung für das erste Halbjahr 2010 in welchem wir nicht weniger als 5 Bier brauen, an einer Staatsmeisterschaft teilnehmen möchten sowie uns auf zahlreiche Gäste freuen.

Sonntag, 31. Mai 2009

Brautag: Jörg's Relax

Am Freitag, 29. Mai, trifft das Brauteam beinahe vollzählig in Wels ein - nur Robert fehlt. Er weilt zum Wandern in Kärnten. Christian Bauer hat Peter Himmelbauer, einen guten alten Bekannten, als Gast mitgebracht.


Der Abend wird mit der "Planung" der nächsten zwei Tage, viel kreativem Geblödel und natürlich gutem Bier bis in den sehr frühen Samstag ausgedehnt.

Der Samstag soll mit der Wartungsinspektion des Sudkessels, dem Aufbau der Gartenschank mit Gläserdusche und Tropftasse sowie dem Flaschenabfüllen unseres Trappistenbieres verbracht werden. Soweit die Planung...

Wir kommen Samstags zu mehreren wichtigen Erkenntnissen: "Reality bites!"
Betreffend des Heizbandes im Sudkessel erkennen wir, dass wenn alle drei Starkstromphasen einen Schluß mit Masse haben, auch die Phasen untereinander einen Schluß haben könnten. Wir verlieren uns kurz in der theoretischen Eleganz einer Viele-Welten-Semantik, verwerfen schlußendlich aber antirealistische Ersatztheorien bezüglich der ontologischen Dignität dieser Brauwelt. Frei nach Nietsche akzeptieren wir die normative Kraft des Faktischen und in Folge, dass das Heizband im Sudkessel gänzlich hinüber und ausgetauscht werden muß.



Der Aufbau der Schank im Garten funktioniert hingegen (bis auf das Durchbohren der Gartenlauben-Rückwand) klaglos.


Die Tropftasse wird millimetergenau eingepasst, die Anschlüsse für Wasser Zu- und Ablauf mittels eines kraftvollen Bohrhammers durch die steinerne Rückwand der Gartenlaube verlegt und auch eine CO2-Flasche mit allem Drum und Dran wird installiert. Selbst die Beleuchtung wird angepasst, um die Schank mit der wunderschönen, antiken Zapfsäule in jenem sphärischen Glanz erstrahlen zu lassen, das einer Schank mit köstlichen Jörg's Bier zusteht.

Am Nachmittag soll unsere Trappist vom Dezember-Sud endlich von den Lagertanks in Flaschen abgefüllt werden. Verzaubert uns erst noch der charakteristische Geruch so entsetzt uns alsbald der saure Geschmack. Unser Trappist war wohl so gut, dass fremde Hefe beschlossen hat, ihn sich seiner zu bemächtigen. Das (edel)saure Ergebnis wird in großer Trauer bis auf 60 Flaschen entsorgt. Christian Bauer hat die Vision eines "Trappist Lambic" - die Hoffnung stirbt zuletzt.

Am Abend wird in der Gartenlaube gegrillt. Wir erfreuen uns an der neuen Schank, dem offenen Feuer im Kamin und guten "Jörg's Dunkel&Düster" und "His Jörg's Blackness". Vor dem Schlafengehen wird noch der morgige Brautag vorbereitet. Ein "Jörg's Relax" soll es werden.

Um 9h wird eingemaischt. Jörg's jüngster Sproß, Christoph rührt mit Begeisterung die Maische um. Peter verlässt uns nach dem Frühstück leider wieder in Richtung Wien.

Das Einmaischen verläuft problemlos. Um 11h25 beginnen wir mit dem Abläutern. Die Vorderwürze ist schön klar und hat eine herrlich gelbe Farbe. Christian Bauer geht beinahe kontemplativ in der Tätigkeit des Abläuterns auf. Obwohl wir diesmal ohne dem zusätzlichen Heizband Würzekochen müssen, haben wir um 12h20 bereits über 90°C im Sudkessel.


Während Christian Hribernig die Grundreinigung der sechs zurückgebrachten Kegs im Garten in der Sonne durchführt, überwachen Jörg und Christian Bauer das Aufkochen der Würze. Der Stärkebruch vollzieht sich plangemäß. Nach dem Essen im Garten (die Werksküche kredenzt Brathendl) geht es an die Zugabe des Aromahopfens, der Bitterorangenschalen und des Koreanders.

Sämtliche Zuleitungen und der Gärtank werden nochmals gereinigt und mit Säure und Lauge desinfiziert. Um 15h15 beginnt das Ausschlagen der Würze. Um 16h20 ist die Würze im Gärbottich - mit knapp 2 Liter vorbereiteter und höchst aktiver Hefe glücklich vereint.


Es waren sehr intensive zwei Tage. Wir sind mit uns zufrieden (wenn auch nicht perfekt glücklich ob des verdorbenen Trappisten) und lassen den Tag bei einem Bierchen ausklingen.

Die Fotos zu diesem Brau-Event gibt's natürlich wieder im Webalbum zu besichtigen. Die Bilder zum Aufbau der Gartenschank können im Gartenschank-Album bewundert werden.

Samstag, 13. Dezember 2008

Brauteam: Jörg's Trappist

Als ich am Freitag abend um 20h15 eintreffe sind Christian Bauer, Jörg und Robert schon im Braukeller und diskutieren die Rezeptur für das morgen zu brauende Bier - ein Trappist soll's werden. Dieser Sud ist für die Ewigkeit gedacht (naja... zumindest ein paar Jahre wollen wir ihn lagern) und bedarf daher besonderer Zuwendung. Auch weil es sich um ein traditionsreiches Bier handelt, welches uns als Vorbuild dient. So nebenbei sei noch bemerkt, dass sich die Adventszeit vorzüglich dazu eignet ein Bier in klösterlicher Tradition zu brauen.


Nachdem wir uns in der Werksküche gestärkt haben ("Oh, Du wohlschmeckend kochende Helga sein Dank!") begeben wir uns zu den Vorbereitungen. Jörg und Robert schroten die verschiedesten Malze und nebenbei wurde auch der Kühlschrank gefüllt... immerhin will die Belegschaft von Jörg's Brauerei in die passend selige, in den Himmel schweben wollende Stimmung für "unser Trappistenbier" gebracht werden.

Tja, es wäre nicht Jörg's Brauerei, wenn nicht... richtig geraten! Diesmal ist es die Schrotmühle, die einer Überholung harrt - im Sinn des Wortes.

Die Begleitrolle mag sich nämlich nicht drehen und deshalb wird die Mühle kurzerhand auseinander genommen, gereinigt, neu eingeölt und wieder zusammengesetzt. Wir sind guter Dinge, daß es diesmal die einzige Wartungstätigkeit bleibt. Bis jetzt ist es zwar die erste... aber diese wiederholt sich noch mehrmals.


Tja, die Bierchen haben wir uns redlich verdient. Während ich mich mit Robert an der Schrotmühle vergnüge, plantscht Christian Bauer beim Kesselreinigen mit dem lauwarmen Wasser und gibt Jörg der Hefe Nachhilfe für ihr erstes Rendevous mit der Malzstärke.

Es gibt noch eine kurze (aber leidenschaftliche) Diskussion, welche Menge Demarara Rohrzucker beigegeben werden soll. 2000 oder 2100 Gramm. Und wenn es doch 2100 Gramm sein sollen, was machen wir mit den restlichen 900 Gramm bzw. 400 Gramm falls es Halbkilo-Packungen geben sollte?!?!? Fragen über Fragen, die zu beantworten wir uns in die Werksküche zur Beratung zurückziehen.

Um 23h40 geht es also endlich wieder in die Werksküche, wo schon eine ordentliche Käseplatte auf uns wartet :-) Wir verkosten unter anderem mehrere Trappistenbiere, z.B. von La Trappe das Double, Triple und das Quadruple. Ein krönender Abschluß wird mit Jörg's ersten Trappistenbier aus dem Jahr 2001 gefunden.



Der nächste Morgen beginnt nicht für alle Teammitglieder sehr früh. Als die beiden Christian (zugegebenermaßen etwas verspätet) um 10h30 zum Frühstück erscheinen, wird von der Firmenleitung die neue Berufsbezeichnung "Halbtags-Brauer" geboren. Eine Bezeichnung, gegen die wir uns energisch verwehren.

Robert und Jörg haben bereits eingemaischt und die Dekoktion ist begonnen. Während die beiden ins Bauhaus fahren (es gibt immer was zu tun) überwacht Christian das Aufkochen der Dekoktion. Das Aufkochen nach der 1sten Dekoktionsrast dauer wieder länger als geplant.



Wir vermuten wieder eine ausgefallene Heizspirale. Warum ist wohl keiner überrascht?!?
Christian Bauer beschäftigt sich (nicht gerade still) mit der Produktion einer neuen Abdeckung des Stromanschlußes für das Heizband am Sudkessel. Während die Dekoktion ihre Endrast erfährt, werden kurzerhand die Heizspiralen des Sudkessels einer Inspektion unterzogen.


Es ist natürlich wieder der Kabelschuh. Der ist aber schnell ersetzt und so kann's weitergehen. Das Abläutern wird vorbereitet. Ich bin am Abläutern - ein jeder ist beschäftigt. Das Abläutern geht auch etwas langsam, aber gutes Bier braucht eben seine Zeit - in jeder Phase des Entstehens.
Die Vorderwürze ist äußerst klar und von einer himmlichen Bernsteinfarbe. Wir sind glücklich.



Dieses Glück hält aber leider nicht lange an. Nach einem Viertel der Vorderwürze scheint der Filterkuchen zu reißen und es wird trüb. Wir behelfen uns mit der "Windel-Zusatzfilter-Methode" und können somit die mitgerissenen Maischeteile ausfiltern. So kristallklar wie zu Beginn ist es aber leider nicht mehr. Nach einiger Zeit wird es aber doch noch recht klar. Jörg und Robert gehen schon vor in die Werksküche zum Mittagessen. Wir wechseln uns heute ab, weil das Abläutern eben begleitet sein will.

Der Stärkebruch ist diesmal sehr hartnäckig. Zweimal muß sogar mit Notfallkrügerln der Schaum eingebremst werden. Dann ist es aber geschafft. Die Würze kocht und der Hopfen ist ebenfalls hinzugegeben.

Das Reinigen des Maischebottichs beginnt nachdem auch der letzte Tropfen Vorderwürze seinen Weg in den Sudkessel gefunden hat. Um 17h15 sind wir mit dem Würzekochen fertig und beginnen mit dem Ausschlagen der Würze. Diesmal darf uns die Würzepumpe nicht im Stich lassen, wir haben nämlich keine Ersatzpumpe und müßten daher - sozusagen als Plan B - eine der anderen Pumpen ausbauen und zweckentfremden. Aber ist es beim Bierbrauen überhaupt möglich irgendetwas seines Zweckes zu entfremden? Eine philosophische Frage, die wir ein andermal bei einem guten Gläschen diskutieren werden.


Um 18h05 ist die Würze ausgeschlagen, im Gärtank und wartet wohltemperiert mit 23°C auf die Hefe. Deren Zugabe erfolgt um 18h20 und somit bleibt dem Brauteam nur noch die Reinigung der Anlage und ein gutes Glas Jörg's Pils-Edition zum Abschluß. Ein wahrhaft krönender Abschluß für diesen Brautag zu unserem Trappistenbier. Die Fotos zu diesem Event gibt's natürlich wieder im Webalbum zu besichtigen.

Samstag, 15. November 2008

Brautag: Jörg's Dunkel & Düster

Das Aufstehen um 9h war etwas... naja, langsam. Wen wundert's, haben wir doch erst um drei Uhr früh beschlossen, mit der Verkostung der Biere zu enden. Man solle eben aufhören, wenn's am schönsten ist. Und mit dem "Oude Gueuze" als Representant aus der Lambic-Fraktion war ein krönender Abschluß gefunden. Zuvor haben wir uns einige Representanten der Belgischen Biere und der englischen Ale Familie genauer angesehen. Mit fortschreitender Verkostung hat die Anzahl der Flaschen zugenommen. Gelegentlich hat die eine oder andere Flasche einen Zwilling bekommen. Sicherlich nur eine vorübergehende Sehstörung :-)


Während Thomas schon an der Haustür läutet liegt Christian noch im Schlafsack (schwer gezeichnet von der vergangenen Nacht), Wolfi ist schon fit mit der Morgentoilette beschäftigt und Jörg schon beim Frühstück :-)

Wir wollen ein Jörg's Dunkel&Düster brauen - also unser gutes Altbier. Wolfgang Grillitsch und Thomas Strobl sind diesmal mit von der Partie und als Newbies schon gespannt auf das was kommen wird. Viel wurde schon vom Brauen erzählt - diesmal gilt es selbst Hand anzulegen und diesen herrlichen Vorgang mitzuerleben.

Das Einmaischen verläuft gut. Die Temperatur im Brauereigewölbe ist etwas niedrig, weshalb wir das Einmaischewasser noch etwas aufwärmen lassen müssen. Die berechnete Zeitschaltung hat eben nicht mit diesem "Temperatursturz" gerechnet.


Während der 1. Infusionsrast unterstützt Wolfi bei der Perfektionierung der Netzwerktechnologie im Braukeller (das WLan-Router Netz im Keller wird dem Netz im Erdgeschoß hinzugefügt). Herzliches Danke an dieses IT-Consulting aus Kärnten!


Ab jetzt kann Jörg in der Brauerei genauso arbeiten, als säße er im Büro. Wird er jetzt wohl noch mehr Zeit im Braukeller verbringen?!?

Die Dekoktion nach der 2ten Infusion wird von Thomas und Wolfi selbstständig durchgeführt - natürlich unter der bewährten und fachkundigen Anleitung unseres Braumeisters.
Während die Dekoktion noch zum Kochen gebracht wird, hilft uns ein "Reparatur-Seidl" den eigenen Metabolismus wieder einzunorden.

Es scheint, als wäre eine der Heizschlangen im Sudkessel reif für eine Generalüberholung - wieder einmal *Seufz*
Dieses Thema hatten wir schon im Mai. Wir werden wohl auch heute wieder mit einer verringerten Heizleistung auskommen und im Anschluß an das Brauen eine Heizschlangen-Wartung durchführen müssen.

Wolfi und Christian genießen im kurzärmeligen T-Shirt die warmen Strahlen der Novembersonne während Jörg und Thomas die Dekoktion beenden. Mit etwas Skepsis beginnen wir gemeinsam das Abläutern etwas verspätet um 12h55! Recht schnell wird die Vorderwürze klar und um 13h05 wird bereits in den Sudkessel umgeleitet.
Christian macht das Abläutern und um 14h ist auch der letzte Tropfen Vorderwürze im Sudkessel und das Kochen hat (sehr spät) um 14h45 eingesetzt. Ohne eine funktionierende dritte Heizschlange dauert's eben länger. Jörg vermutet, daß eventuell auch die zweite Stufe (Heizband) nicht mit voller Kraft arbeitet.

Während wir noch warten, daß die Würze zu kochen beginnt, nimmt sich Wolfi der Fehlermeldung an, die unsere eigene Software Jörg's Braumanager unter aktuellen Microsoft Access Versionen ausgibt und ein Starten desselben unter aktuellen Releases leidet verhindert. Leider läßt sich dieses Problem mit Access-Makros nicht schnell lösen. Ein Lösung wäre das Umschreiben des Braumanagers auf Visual Basic - dieser Aufwand wäre aber nicht eben gering.


Das Würzekochen geht nur schleppend vor sich. Um 15h gehen wir in die "Werkskuchl" zum Essen. Beim Raufgehen kommt Wolfi noch der Gedanke, daß eventuell eine der Sicherungen der Starkstromzuleitung nicht OK sein könnte. Ein kurzer Check im Zählerschrank bringt die Erkenntnis: Es waren sogar zwei der drei 16A-Sicherungen defekt! Ein Tausch der Sicherungen bringt unserem Sudkessel beinahe wieder die volle Leistung zurück. Irgendetwas muß noch zusätzlich kaputt sein. Eine genaue Inspektion wird notwendig sein.

Nachdem wir uns mit heißem Leberkäse gestärkt haben, sind wir mit dem Verbringen der Maische beschäftigt und grobreinigen ersteinmal den Maischebottich. Jörg desinfiziert und spült die Zuleitungen zum Gärtank.

Um 16h30 wird "gewirlpooled" und um 16h50 beginnen wir mit dem Ausschlagen der Würze. Es wäre zu schön, wenn jetzt alles gut gehen würde. Nachdem ein Drittel der Würze bereits in den Gärtank gepumt ist, beschließt die Pumpe in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Auch das hatten wir schon einmal. Also wird wieder am lebenden Objekt operiert und die defekte Pumpe durch eine neue ersetzt.


Unsere beiden Gäste erweisen sich als sehr versiert und legen sofort Hand an.



Nach dieser 10-minütigen Unterbrechung fließt die DuDü-Würze wieder.

Um 17h20 ist es geschafft. Die Würze ist im Gärtank und bevor wir mit der Reinigung des Maischebottichs und des Sudkessels fortsetzen wird die Hefe zur Würze gegeben. Ein emotioneller Moment zu dieser beinahe rituellen Handlung. Traditionellerweise dürfen unsere Gäste diese "Weihe" vollziehen.


Gleich danach beginnen wir mit der Wartung der Heizschlangen. Das Heizband hat an den Stromanschlüssen seine Kontakte verloren und auch eine der Heizschlangen hat den Kabelschuh ausgezogen. Also nix, was nicht bald repariert wäre. Die Idee einer Induktionsheizung wird besprochen. Eine Idee von Wolfi, der wir nachgehen werden.

Schlußendlich ist das Brauteam zufrieden mit der Wartung der Brauanlage - auch wenn das "Keramik-Teil" ausgetauscht werden muß.



Wir freuen uns jedenfalls auf ein sehr gutes Jörg's Dunkel&Düster und hoffen, daß unseren Gästen das Brauen ebensolchen Spaß gemacht hat wie uns. Alle Bilder dieses Brauevents gibts natürlich im Webalbum zu besichtigen.

Montag, 25. August 2008

Bastelwochenende und Jahreshauptversammlung 2008

Das große Basteln:

Am Wochenende des 23. - 25. August 2008 gab es das traditionelle, jährliche Bastelwochenende von Jörg's Brauerei. Wieder einmal sollten die gesammelten Ideen zur Verbesserung der Brauanlage des letzten Braujahres in die Tat umgesetzt werden. Natürlich ist an so einem Wochenende immer die gesamte "Mannschaft" an Bord. Daher bietet es sich hier auch an, die "Jahreshauptversammlung" durchzuführen.


Einzig Christian Hribernig hat sich für den ersten Tag entschuldigt, da eine Geburtstagsfeier eines Freundes zu absolvieren war - armer Christian!! Wenn wir Zeit dazu haben, werden wir dich bedauern.

So starteten am Freitag Christian Bauer, Robert und Jörg mit dem Basteln. Helga übernahm routiniert wie immer die Werksküche.


Unsere Vorhaben an diesen Tagen waren:
  • Anbindung des Brauerei-Servers an das Internet
  • Bau eines Abläutersystems, bei dem die Würze nicht mehr aufgewühlt wird
  • Verlegung der Temperaturmessung in stabile Kupferrohre
  • Abdichtung des Warmwasserboilers
  • Komplettreinigung der gesamten Brauanlage

Versiert geht das Brauteam an die Erledigung der hochgesteckten Ziele. Und.....

.....wie immer treten erst bei der Arbeit die wahren Hindernisse auf:


  • Der Boiler ist nicht nur undicht, sondern komplett kaputt. Damit wird unser erster Bauhaus-Besuch nötig (Anmerkung der Redaktion: dort haben wir eh schon fast einen Meldezettel.....). Die Entscheidung, welcher Boiler wohl der richtige ist, dauert Stunden und bringt uns auch gleich einen zweiten Bauhausbesuch (wir tauschen den Boiler um und gehen dann doch wieder mit dem selben Gerät nach Hause)

  • Ähnlich ergeht es uns beim Bau des Abläutersystems. Hier ist es aber nicht das Bauhaus, das sich über unsere Besuche freut, sondern der Metro-Markt. Die Frage ist: Über welchen Geschirrteil können wir die Würze laufen lassen, damit diese gleichmäßig über die Treber verteilt wird. Es sind auch hier zwei Einkäufe. Verwendet wird dann aber doch eine alte Rührschüssel aus dem eigenen Küchenkastl. Und zum Drübersteuen statten wir dem Bauhaus einen dritten Besuch ab. Schließlich müssen wir ja eine Möglichkeit finden, wie wir den relativ dicken Edelstahldeckel unseres Maischbottichs durchbohren.


Aber wir wären ja nicht das tolle Team von Jörg's Brauerei, wenn wir all diese Hindernisse nicht überwinden könnten. Letztendlich können wir an diesem Wocheende alle unsere Bastel- und Verbesserungsziele erreichen.

Die Brauanlage ist blitzblank. Christian hat sogar noch Möglichkeiten gefunden, sämtliche Pumpen und Kabel vom Boden wegzubringen und eine "Etage" anzuheben. Ein weiterer Schritt zur Vermeidung des obligaten Kabelsalates.

Der Brauerei-Server ist ans High-Speed-Internet angeschlossen und im Braukeller haben wir jetzt sogar einen eigenen W-LAN-Router.

Einige weitere Innovationen beim Bau des Abläutersystems und bei der Verlegung der Temperatursensoren in Kupferrohre erblickten das Licht der Welt. Aber alle Betriebsgeheimnisse wollen wir hier natürlich auch nicht verraten.......

Jahreshauptversammlung:

Nach getaner Arbeit dürfen natürlich die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen. Bei einer zünftigen Grillerei, jeder Menge wunderbarem Jörg's Bier und einem Freudenfeuer im neuen offenen Kamin des Gartenhauses hielten wir unsere Jahreshauptversammlung ab.


Schließlich sind wir ja Meister im "Große-Reden-Schwingen" und "Große-Pläne-Schmieden". Christian H. wiederholt seine bereits vor einem Jahr erfolgreich präsentierte Powerpoint-Präsentation. Wir können uns selbst bewundern, was wir nicht wieder alles erreicht haben.

Auf geht's in ein neues Braujahr!

Alle Fotos dieses Wochenendes findest du in unserem Webalbum!